Wie alles begann

 

Auf der Flucht….

waren die Asylbewerber aus dem Fasanenweg meist monatelang. Seit dem 5.September 2012 waren sie nun unsere Nachbarn in Haar. Sie kommen aus Afghanistan, Tschetschenien und Nigeria, drei Familien und zwei junge Frauen. Da die Münchner Einrichtungen überfüllt waren, wurden immer mehr Menschen im Landkreis München untergebracht.  Dass die Container für eine solche Anfrage zur Verfügung gestellt werden könnten, hatte der Kirchenvorstand längst beschlossen. Und bereits im Frühsommer hatte sich Gerhard Trappendreher beim Rathaus Haar für den Fall der Fälle als Ansprechpartner angeboten. Doch dann wurden völlig unvermittelt dem Landratsamt die Asylbewerber zugewiesen und die Menschen kurzerhand am Abend des 5.Sept. 2012 noch nach Haar gebracht. Am Sonntag nach dem Gottesdienst entdeckte eine Gottesdienstbesucherin, dass die Container plötzlich bewohnt sind. Die Telefone liefen heiß und bald hatte sich durch das Engagement von  Gerhard und Christina Trappendreher ein Kreis von Helfern zusammengefunden.

Zuerst war es natürlich wichtig, dass die Asylbewerber mit allen nötigen praktischen Dingen versorgt wurden. Durch viele Sachspenden und die gute Vernetzung z.B. mit dem Haarer Tisch konnte die Grundversorgung sichergestellt werden. Die schulpflichtigen Kinder wurden eingeschult, die Kleineren konnten stundenweise Kindergärten besuchen. Für die Erwachsenen wurde die Teilnahme an Deutschkursen organisiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Unterstützung, Begleitung und Übersetzung der Asylbewerber bei Behörden und Ärzten durch die engagierter Helfer. 

Neben all diesen „Erfolgsgeschichten“ gab es aber auch sehr traurige Momente. Eine Familie musste mit Hilfe eines Anwalts gegen die Abschiebung kämpfen und die Angst und die Ungewissheit lasteten wie Blei auf der Seele. Erwachsene wie auch die Kinder haben oft schlimme, traumatisierende Grausamkeiten erlebt. Oft fehlen ihnen buchstäblich die Worte. Niemand ist da, der sie wirklich versteht – denn die Seele redet in der Muttersprache! Sie benehmen sich vielleicht in unseren Augen daher manchmal seltsam, abweisend oder fordernd, desinteressiert und antriebslos. Doch all dies ist oft nur ein Schrei nach Verständnis.

Als Team der Asylhilfe war es uns daher ganz besonders wichtig, neben aller notwendigen sachlichen Versorgung diese seelischen Verwundungen der Asylbewerber nicht zu übersehen.

Menschliche Zuwendung, Herzlichkeit und Respekt vor ihrem Leid sind uns ein großes Anliegen!

Viele der Flüchtlinge konnten wir in spezifische Beratungsstellen weitervermitteln, wie Refugio, wo sie weitere Unterstützung und Hilfe bekommen haben. Auch leben nun fast alle der damaligen „Container-Bewohner“ in eigenen Wohnungen – meist nur dank des engagierten Einsatzes der ehrenamtlichen Helfer. Auch schulisch und beruflich haben sich die Kinder inzwischen fest etabliert und sind auf einem guten Weg, sich zu integrieren.

Durch diese Erfahrungen entstand bei uns die Idee eines Wohnprojektes in Verbindung mit einem Projekt für die Ehrenamtlichen. Insbesondere die Wohnbedingungen sind auch heute noch häufig sehr belastend, so dass wir uns intensiv für eine menschenwürdige Unterbringung engagieren (s. Wohnprojekte). Aber auch die Ehrenamtlichen benötigen eine fachliche und entlastende Unterstützung, denn gerade sie sind es, die oftmals versuchen, die Folgen einer fehlenden staatlichen oder kommunalen Sozialbetreuung aufzufangen und dabei die eigenen Kräfte aufzehren. Hier wollen wir mit Respirare unsere Hilfe anbieten und Raum zum Durchatmen schaffen.

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